Christian Morgenstern

Christian Morgenstern wurde am 6.Mai 1871 in München geboren. Er starb am 31 März 1914 in Meran-Untermais. Sein Leben war geprägt durch viele Ortswechsel.

Christian Morgenstern ist ein bekannter und beliebter deutscher Schriftsteller, dessen Werk sich durch kreativen, scharfsinnigen Sprachwitz, eigene Wortschöpfungen („Das große Lalula“ „Der Flügelflagel“), eine besondere Sprach-Spiel-Welt und einen mitunter warmherzigen und liebevollen Blick auf die Protagonisten („Die drei Spatzen“, „Der Schnupfen“) auszeichnet.

Besonders erfolgreich sind und waren seine „Galgenlieder“.

Kindergartenkinder (Vorschulalter) und Kinder in der Grundschule werden an dem ungebremsten Sprachwitz in den Gedichten ihre Freude haben. Die Gedichte von Christian Morgenstern sind Sprachförderung der allerbesten Art.

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Herbstgedicht -  Die Vogelscheuche - Regina Schwarz

Die Vogelscheuche

Die Raben rufen: Krah, krah, krah!
Wer steht denn da, wer steht denn da?
 
Wir fürchten uns nicht, wir fürchten uns nicht
Vor dir mit deinem Brillengesicht.
 
Wir wissen ja auch ganz genau,
Du bist nicht Mann, du bist nicht Frau.
 
Du kannst ja nicht zwei Schritte geh'n
Und bleibst bei Wind und Wetter steh'n.
 
Du bist ja nur ein bloßer Stock,
 
Mit Stiefeln, Hosen, Hut und Rock.
Krah, krah, krah!

Wintergedicht - Erster Schnee - Christian Morgenstern 1871 – 1914

Erster Schnee

Aus silbergrauen Gründen tritt
ein schlankes Reh
im winterlichen Wald
und prüft vorsichtig, Schritt für Schritt,
den reinen, kühlen, frischgefallnen Schnee.
Und Deiner denk' ich, zierlichste Gestalt. 

Herbstgedicht - Der Schnupfen - Christian Morgenstern

Der Schnupfen

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, 
auf dass er sich ein Opfer fasse
und stürzt alsbald mit grossem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" 
und hat ihn drauf bis Montag früh.

Wintergedicht - Die Enten laufen Schlittschuh - Christian Morgenstern

Die Enten laufen Schlittschuh

Die Enten laufen Schlittschuh
auf ihrem kleinen Teich.
Wo haben sie denn die Schlittschuh her -
sie sind doch gar nicht reich?
Wo haben sie denn die Schlittschuh her?
Woher? Vom Schlittschuhschmied!
Der hat sie ihnen geschenkt, weißt du,
für ein Entenschnatterlied.

Kindergedicht -  Zwei Tannenwurzeln groß und alt - Christian Morgenstern (1871-1914)

Zwei Tannenwurzeln groß und alt

Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.
Das ist genug für einen Tag.

Sommergedicht - Vormittag am Strand - Christian Morgenstern

Vormittag am Strand

Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte;
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.
Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis'
dicht unter dem durchsonnten Spiegel.