Wintergedicht - Der erste Schnee

Wintergedicht - Der erste Schnee - Friedrich Wilhelm Güll

Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat's geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh,
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.
 
Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll' rings herum.
 
Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?
 
Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär' nur erst die Schule aus!
 
Aber dann, wenn's noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut 'nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juchhe!
 
Ei, ihr lieben, lieben Leut',
was ist heut' das eine Freud'!

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Fingerspiele - Reime und Gedichte fuer Kita-Kinder - Gudrun Schulz

Reime und Gedichte fuer Kita-Kinder

Kinder lieben Reime, Gedichte und Zungenbrecher. Über die Inhalte erfahren Kinder die Welt und lernen sprachliche Vielfalt kennen. Besonders in der Kita lassen sich Verse zur spielerischen Sprachförderung nutzen - man kann sie sprechen, singen, redend spielen und spielend reden.
 
Diese Sammlung von Gudrun Schulz, Professorin für deutsche Sprache und Literatur, umfasst 120 Seiten, ist kartoniert und 2014 im Cornelsen Verlag erschienen. Das Buch kostet circa 20€ und ist in Farbe gedruckt. Es beinhaltet viele bekannte wie neue Kinderreime und –Gedichte, mit denen man problemlos die Phantasie des Nachwuchses beflügeln kann.
 
Außerdem findet man in dem Buch eine Menge Tipps und Tricks für eine spielerische Förderung der Sprachkompetenz von Kindern. Es werden beispielsweise auch die verschiedenen Reimschemata für Kindergedichte, sowie Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Reimen erläutert.
 
Aus diesem Buch können also nicht nur Kinder lernen, sondern auch Erwachsene! Los geht’s: Reime und Gedichte für Kita-Kinder - Sprachkompetenz spielerisch fördern

Nikolausgedicht - Nikolaus, du guter Mann - Unbekannt

Nikolaus, du guter Mann

Nikolaus, du guter Mann,
hast einen schönen Mantel an.
Die Knöpfe sind so blank geputzt,
dein weißer Bart ist gut gestutzt,
die Stiefel sind so spiegelblank,
die Zipfelmütze fein und lang,
die Augenbrauen sind so dicht,
so lieb und gut ist dein Gesicht.
Du kamst den weiten Weg von fern,
und deine Hände geben gern.
Du weißt, wie alle Kinder sind:
Ich glaub, ich war ein braves Kind.
Sonst wärst du ja nicht hier
und kämest nicht zu mir.
Du musst dich sicher plagen,
den schweren Sack zu tragen.
Drum, lieber Nikolaus,
pack ihn doch einfach aus.

Kindergedicht -  Morgens früh um sechs - Volksgut

Morgens früh um Sechs

Morgens früh um sechs
kommt die kleine Hex‘.
Morgens früh um sieben
kocht sie gelbe Rüben.
Morgens früh um acht
wird Kaffee gemacht.
Morgens früh um neun
geht sie in die Scheun‘.
Morgens früh um zehn
holt sie Holz und Spän‘,
feuert an um elf,
kocht dann bis um zwölf:
Fröschebein‘ und Krebs und Fisch.
Hurtig, Kinder, kommt zu Tisch!

Will sehen, was ich weiß, vom Büblein auf dem Eis

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis
Das Büblein steht am Weiher
und spricht zu sich ganz leis:
“Ich will es einmal wagen
das Eis, es muss doch tragen
Wer weiß? “
Das Büblein stapft und hacket
mit seinem Stiefelein
Das Eis auf einmal knacket
und krach! schon bricht´s hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt
als wie ein Krebs und zappelt
mit Arm und Bein.
“O helft, ich muss versinken
in lauter Eis und Schnee
O helft, ich muss ertrinken
im tiefen, tiefen See”
Wär nicht ein Mann gekommen –
der sich ein Herz genommen
o weh!
Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus
vom Fuße bis zum Kopfe
wie eine Wassermaus
Das Büblein hat getropfet,
der Vater hat´s geklopfet
zu Haus.

Zahlenreim - Kopfstand - Regina Schwarz

Kopfstand

Zack – stellt die 6 sich auf den Kopf,
und alle sind dabei.
So ist sie plötzlich eine 9,
grad wie durch Zauberei.
Zack – 6, zack – 9,
zack hin, zack her –
am Ende kann
      die 6
         nicht mehr.

Wintergedicht - Barbaratag - Hans Carossa

Barbaratag

Kirschenzweige bringt ein Mädchen
Über kahle kalte Heide.
Dämmertag ist Nacht geworden,
Dörfchen blinkt wie Lichtgeschmeide.

Engelstimme singt vom Himmel:
Dunkler Reiser, seid erkoren.
Staubverweht sind lang die Blumen,
Feld und Garten eingefroren.

Ihr nur werdet grünend leben,
wenn der Erde Pflanzen fehlen.
Heilige Nacht wird Blüten treiben,
und ein Glück kommt in die Seelen.

Letztes Rot verlischt am Walde.
Ton in Lüften bebt entschwindend.
Über die verhüllte Heide
Haucht der Bergwind, Schnee verkündend.