Wintergedicht - Die drei Spatzen

Wintergedicht - Die drei Spatzen - Christian Morgenstern

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie der Hans hat´s niemand nicht.

Sie hör´n alle drei ihrer Herzlein Gepoch,
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

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Kinderreim - Es war einmal ein Mann - Volksgut

Es war einmal ein Mann

Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm,
Es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um.
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem purpurroten Mäntelein.

Das Männlein steht im Walde auf einem Bein
Und hat auf seinem Haupte schwarz Käpplein klein,
Sagt, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein
Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

(gesprochen)
Das Männlein dort auf einem Bein
Mit seinem roten Mäntelein
Und seinem schwarzen Käppelein
Kann nur die Hagebutte sein.

Kindergedichte - Der Weg zur Schule - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Der Weg zur Schule

Im Winter, wenn es frieret,
Im Winter, wenn es schneit,
Dann ist der Weg zur Schule
Fürwahr noch mal so weit.
 
Und wenn der Kuckuck rufet,
Dann ist der Frühling da,
Dann ist der Weg zur Schule
 Fürwahr noch mal so nah.
 
Wer aber gerne lernet,
dem ist kein Weg zu fern,
Im Frühling wie im Winter
Geh´ ich zur Schule gern.

Zahlenreim - Ob das einer zählen kann? - Regina Schwarz

Ob das einer zählen kann?

Kuchenkrümel auf der Hose
und die Erbsen in der Dose:
Ob die einer zählen kann?
Das ist schwierig, Mann o Mann!
 
Hörnchennudeln in der Suppe
und die Haare einer Puppe:
Ob die einer zählen kann:
Das ist mühsam, Mann o Mann.
 
Gummibärchen in der Tüte
und verrückte, bunte Hüte:
Ob die einer zählen kann?
Das ist knifflig, Mann o Mann.
 
Und am Bach die Kieselsteine,
Tausendfüßlers Minibeine:
Ob die einer zählen kann?
Das ist schwierig, Mann o Mann.
 
Doch die Finger und die Zehen
kann ich zählen. Willst du‘s sehen?

Herbstgedicht - Herbstlied - Johann Gaudenz von Salis-Seewis (1762-1834)

Herbstlied

Bunt sind schon die Wälder,
gelb die Stoppelfelder,
und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
graue Nebel wallen,
kühler weht der Wind.
Sieh! Wie hier die Dirne
emsig Pflaum und Birne
in ihr Körbchen legt!
Dort, mit leichten Schritten,
jene leichten Quitten
in den Landhof trägt!
Wie die volle Traube
aus dem Regenlaube
purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
rot und weiß bemalt.

Flinke Träger springen,
und die Mädchen singen,
alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
zwischen hohen Reben
auf dem Hut von Stroh.

Geige tönt und Flöte
bei der Abendröte
und im Mondesglanz;
junge Winzerinnen
winken und beginnen
frohen Erntetanz.

Herbstgedicht - Die Schwalben - Julius Sturm

Die Schwalben

Die Schwalben halten zwitschernd
hoch auf dem Turme Rat;
die Ält'ste spricht bedenklich:
„Der Herbst hat sich genaht.
 
Schon färben sich die Blätter,
die Felder werden leer;
bald tanzt kein einzig Mücklein
im Strahl der Sonne mehr.
 
„Seid ihr zur Reise fertig?"
Die Alten zwitschern: „Ja!"
Die Jungen fragen lustig:
„Wohin?" - „Nach Afrika!"
 
Nun schwirrt es durch die Lüfte,
verlassen ist das Nest;
doch alle hält die Liebe
an ihrer Heimat fest.
 
Wohl ist's viel hundert Meilen
von hier bis Afrika;
doch, kommt der Sommer wieder,
sind auch die Schwalben da.

Kinderreim - Piep, Piep, Mäuschen - Volksgut

Piep, Piep, Mäuschen

Piep, Piep, Mäuschen,
bleib in Deinem Häuschen.
Frisst du mir mein Butterbrot,
kommt die Katz´ und beißt dich tot.
Piep, Piep, Piep, recht guten Appetit