Kindergedicht - Heimatlose

Klassisches Kindergedicht von Ringelnatz | Heimatlose | Sprachspielspass.de
Joachim Ringelnatz
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Heimatlose

Ich bin fast
Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast
War, im Versteck,
Bewegte sich,
Regte sich
Plötzlich hinter einem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich
Dann heran
Und fragte mich:
"Wo ist das Meer?"

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Frühlingsgedicht - Bienchen, Bienchen - Volksgut

Bienchen, Bienchen

Bienchen, Bienchen,
summ – summ summ,
um die Blumen summ herum!
Tauch hinein dein Köpfchen,
hol die Nektartröpfchen,
flieg zurück zum Bienenhaus,
mach uns süßen Honig draus

Witziges Kindergedicht von Joachim Ringelnatz | Die Ameisen | Sprachspielspass.de

Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona, auf der Chaussee,
da taten ihnen die Beine weh,
und da verzichteten sie weise
dann auf den letzten Teil der Reise.

Weihnachtsgedicht - Wo man Geschenke verstecken kann - Regina Schwarz

Wo man Geschenke verstecken kann

Im Keller hinter Kartoffelkisten,
im Schreibtisch zwischen Computerlisten,
in alten verstaubten Bauerntruhen,
in ausgelatschten Wanderschuhen,
auf Wohnzimmerschränken, in Blumenvasen,
ja, selbst in Bäuchen von flauschigen Hasen,
in Einzelsocken, ohne Loch,
und eine Möglichkeit wäre noch, 
das Geschenk unter die Matratze zu legen.
Das ist nicht so gut der Bequemlichkeit wegen.
Der Toilettenspülkasten eignet sich nicht,
denn welches Geschenk ist schon wasserdicht.
Ob sperrig, ob handlich, ob groß oder klein:
Geschenke verstecken muss einfach sein.
Das einzig Schwierige daran ist,
dass man das Versteck so leicht vergisst.

Frühlingsgedicht - Frühling - Heinrich Seidel (1842 - 1906)

Frühling

Was rauschet,  was rieselt,  was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"
Was knospet, was keimet,  was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"
Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
"Der Frühling, der Frühling!" - Da wusst' ich genug!

Kinderreim - B - Regina Schwarz

B

Bläser blasen,
Bären brummen,
Blumen blühen,
Bienen summen.
Bücher blättern
nicht für sich.
Bücher brauchen
dafür dich.

Kinderreim - Gänsemarsch - Regina Schwarz

Gänsemarsch

Gänsemarsch im Watschelgang,
(Po nach rechts und links bewegen.)
Gans für Gans am Teich entlang.
(Arme anwinkeln und Flugbewegungen machen.)
Watschelgänse, Gänseschritt:
(Po nach rechts und links bewegen)
Alle Gänse gackern mit.
(Mit den Händen Schnatterbewegungen machen)