Sommergedicht - Ich bin der Juli

Sommergedicht - Ich bin der Juli - Paula Dehmel

Ich bin der Juli

Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze. 
Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze? 

Kaum weiss ich, was ich noch schaffen soll, 
die Ähren sind zum Bersten voll; 

reif sind die Beeren, die blauen und roten, 
saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten. 

So habe ich ziemlich wenig zu tun, 
darf nun ein bisschen im Schatten ruhn. 

Duftender Lindenbaum, 
rausche den Sommertraum! 

Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle? 
Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

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Zahlenhexerei

Das Hexenkind hext 1 und 2,
denn es lernt heute Zahlen.
Es hext sich einen Pinsel her
und will die beiden malen.
 
Her mit der 3 und mit der 4,
die will es sich gleich merken.
Das Hexenkind sagt beide auf
beim Hexenhäuserwerken.
 
Die 5 und 6 sind ziemlich leicht
für alle Hexenkinder,
und kein Mensch auf der ganzen Welt
lernt diese zwei geschwinder.
 
Doch bei der 7 und der 8,
muss es sich mächtig plagen.
Wenn‘s ihm nicht gleich gelingen mag,
dann hat das nichts zu sagen.
 
Es folgen 9 und schließlich 10.
Jetzt reicht es mit dem Zählen.
Das klappt so leicht und fehlerfrei,
ganz ohne sich zu quälen.

Kindergedicht -  Abends wenn ich schlafen geh - Adelheid Wette

Abends wenn ich schlafen geh

Abends wenn ich schlafen geh
vierzehn Engel um mich stehn
zwei zu meiner Rechten
zwei zu meiner Linken
zwei zu meinen Häupten
zwei zu meinen Füßen
zwei, die mich decken
zwei, die mich wecken
zwei, die mich führen
ins himmlische Paradies

Kinderreim - B - Regina Schwarz

B

Bläser blasen,
Bären brummen,
Blumen blühen,
Bienen summen.
Bücher blättern
nicht für sich.
Bücher brauchen
dafür dich.

Trosgedicht | Aua, ruft das kleine Reh! Aua, ich hab Ohrenweh!| Sprachspielspass.de

Aua, ruft das kleine Reh! Aua, ich hab Ohrenweh!

„Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Zeig mal her“, meint da der Fuchs.
Er hat Augen wie ein Luchs.
„Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Meine Tropfen“, sagt der Specht,
„sind auf jeden Fall nicht schlecht.“
Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Komm mal her“, sagt Doktor Dachs.
„Helfen ist für mich ein Klacks.“
Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Schnell ein Küsschen auf die Nase
ist das Beste“, schwört der Hase.
Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Einmal knuddeln“, brummt der Bär.
„Und sanft wiegen, hin und her!“
Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
Eichhorn tröstet: „Nimm das Buch
und dazu mein Schmusetuch!“
„Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Heile Segen“, singt die Kröte,
und sie spielt auf ihrer Flöte.
Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua, ich hab Ohrenweh!“
„Du brauchst eine weiche Decke,
die dich wärmt“, erklärt die Schnecke.
„Aua“, ruft das kleine Reh.
„Aua! Ich hab Ohrenweh!“
„Ich bin da“, sagt Mama Reh.
„Bald vergeht das Ohrenweh.“

Kinderreim - Piep, piep, piep - Volksgut

Piep, Piep, Piep

Piep, Piep, Piep,
wir haben uns alle lieb,
ein jeder esse was er kann,
nur nicht seinen Nebenmann;
und nimmt man’s ganz genau,
auch nicht seine Nebenfrau;
und auch nicht das Geschirr,
sonst macht’s im Magen Klirr.

Frühlingsgedicht - Frühling - Heinrich Seidel (1842 - 1906)

Frühling

Was rauschet,  was rieselt,  was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"
Was knospet, was keimet,  was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"
Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
"Der Frühling, der Frühling!" - Da wusst' ich genug!