Wintergedicht - Nusssäcklein

Nusssäcklein

Wer will mir mit seinen Backen
hier das Säcklein Nüsse knacken?
Beißt nur, dass die Schale kracht,
doch nehmt auch den Kern in acht. -
Welcher Kopf hat keine Nase?
Welche Stadt hat keine Straße?
Welcher Laden hat keine Türe?
Welches Netz hat keine Schnüre?
Welcher Flügel hat keine Feder?
Welche Mühle hat keine Räder?
Welcher Mantel hat keinen Kragen?
Welcher Bauer hat keinen Wagen?
Welches Wasser hat keine Quelle?
Welcher Schneider hat keine Elle?
Welcher Hut hat keinen Rand?
Welcher König hat kein Land?
Welche Nadel hat kein Öhr?
Welche Mühle hat kein Wehr?
Welches Pferd hat keinen Huf?
Welcher Hahn hat keinen Ruf?
Welches Pflaster hat keinen Stein?
Welcher Stern hat keinen Schein?
Welches Schiff hat keinen Mast?
Welcher Baum hat keinen Ast?
Welches Fass hat keinen Spund?
Welches Haus hat keinen Grund?
Welcher Mann hat keine Frau?
Welcher Fuchs hat keinen Bau?
Welcher Schimmel hat keinen Stall?
Welche Büchse gibt keinen Knall?
Welche Glocke gibt keinen Schall?
Welcher Ball tut keinen Fall?
Welche Jungfer trägt kein Geschmeid?
Welcher Mann hat nie ein Kleid?
So, nun packt und knackt gescheit!

Auflösung: Briefkopf, Bettstatt, Rollladen, Straßennetz, Konzertflügel, Mühlespiel, Trauermantel, Vogelbauer, Regenwasser, Aufschneider, Fingerhut, Zaunkönig, Stecknadel, Windmühle, Heupferd, Wasserhahn, Heftpflaster, Ordensstern, Weberschiff, Mastbaum, Salzfass, Vogelhaus, Hampelmann, Pferd, Schimmelpilz, Nadelbüchse, Käseglocke, Maskenball, Wasserjungfer, Schneemann

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Das Huhn

Ein Huhn, das fraß,
man glaubt es kaum,
die Blätter von ´nem Gummibaum,
dann ging es in den Hühnerstall
und legte einen Gummiball!

Herbstgedicht - Vom schlafenden Apfel - Robert Reinick (1805-1852)

Vom schlafenden Apfel

Im Baum im grünen Bettchen
hoch oben sich ein Apfel wiegt,
der hat so rote Bäckchen,
man sieht's, dass er im Schlafe liegt.
Ein Kind steht unterm Baume,
das schaut und schaut und ruft hinauf:
„Ach Apfel, komm herunter!
Hör endlich mit dem Schlafen auf!"
Es hat ihn so gebeten,
glaubt ihr, er wäre aufgewacht?
Er rührt sich nicht im Bette,
sieht aus, als ob im Schlaf er lacht.
Da kommt die liebe Sonne
am Himmel hoch daherspaziert.
„Ach Sonne, liebe Sonne,
mach du, dass sich der Apfel rührt!"
Die Sonne spricht: „Warum nicht?"
Und wirft ihm Strahlen ins Gesicht,
küsst ihn dazu so freundlich,
der Apfel aber rührt sich nicht.
Nun schau, da kommt ein Vogel
und setzt sich auf den Baum hinauf.
„Ei, Vogel du musst singen,
gewiss, gewiss, das weckt ihn auf!"
Der Vogel wetzt den Schnabel
und singt ein Lied so wundernett
und singt aus voller Kehle,
der Apfel rührt sich aber nicht im Bett.
Und wer kam nun gegangen?
Es war der Wind, den kenn ich schon,
der küsst nicht und der singt nicht,
der pfeift aus einem andern Ton.
Er stemmt in beide Seiten
die Arme, bläst die Backen auf
und bläst und bläst, und richtig,
der Apfel wacht erschrocken auf.
Und springt vom Baum herunter
grad in die Schürze von dem Kind,
das hebt ihn auf und freut sich
und ruft: „Ich danke schön, Herr Wind!"

Spaß-Zahlen

Die 1 – marschiert.
Die 2 – seviert.
Die 3 – probiert.
Die 4 – trainiert.
Die 5 – jongliert.
Die 6 – sortiert.
Die 7 – massiert.
Die 8 – balanciert.
Die 9 – repariert.
Und die 10?
Schaut sehr interessiert!

Kindergedicht -  Der klitzekleine Sternenwicht - Regina Schwarz

Der klitzekleine Sternenwicht

Der klitzekleine Sternenwicht
vergisst niemals sein Schlummerlicht.
Er knipst es an, dann gibt`s zum Schluss
den Träum-was-Schönes-Einschlafkuss.

Herbstgedicht - Im Herbst - Wilhelm Busch

Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.
 
Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.
 
Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.
 
Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Wintergedicht - A, a, a, der Winter ist da - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

A, a, a, der Winter ist da

A, a, a, der Winter ist da.
Herbst und Sommer sind vergangen,
Winter, der hat angefangen,
A, a, a, der Winter ist da.

E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.
Blumen blüh´ n an Fensterscheiben,
Sind sonst nirgends aufzutreiben,
E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.

I, i, i, vergiss die Armen nie.
Hat oft nichts, sich zuzudecken,
Wenn nun Frost und Kält´ ihn schrecken.
I, i, i, vergiss die Armen nie.

O, o, o, wie sind wir alle froh
wenn der Nikolaus wird was bringen
und vom Tannenbaum wir singen
O, o, o, wie sind wir alle froh.

U, u, u, die Teiche frieren zu
hei, nun geht es wie der Wind
übers blanke Eis geschwind
U, u, u, die Teiche frieren zu.