Kindergedicht - Rumpelstilzchentage

Kindergedicht - Rumpelstilzchentage - Regina Schwarz

Rumpelstilzchentage

Rumpelstilzchentage?
Gibt`s bei Kindern.
Keine Frage.
 
Schon am Morgen
Augen rollen,
böse grollen,
stampfen,
schreien,
zetern, zanken,
Wutgezitter.
 
Wie ein großes
Herbstgewitter.
 
Rumpelstilzchentage:
Gehen wieder.
Keine Frage.

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Wintergedicht -  Ausfahrt - Gustav Falke (1853-1916)

Ausfahrt

Schlitten vorm Haus
Steig ein, kleine Maus,
Zwei Kätzchen davor,
So geht's durch's Tor,
Zwei Kätzchen dahinter
So geht's durch den Winter.
 
Hinein ins Feld,
Wie weiß ist die Welt,
Auf einmal, o weh,
Kleine Maus liegt im Schnee
Kleine Maus liegt im Graben,
Wer will sie haben?
 
Schlitten vorm Haus,
Wo blieb kleine Maus?
Die Kätzchen, miau,
Die wissen's genau:
Hat nicht still gesessen,
Da haben wir sie gefressen. 

Sommergedicht - Zeitvertreib - Volksgut

Zeitvertreib

Was wollen wir machen?
Auf dem Kopf stehn und lachen!
Was wollen wir spielen?
Auf dem Kopf stehn und schielen!

Zahlenreim - Eins, zwei, drei, vier … viele - Regina Schwarz

Eins, zwei, drei, vier ... viele

Eine XXL-Familie,
die ist ziemlich groß.
Kinder wie die Orgelpfeifen.
Immer ist was los.
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7,
8 und 9 und 10.
Manche Leute glotzen einfach
oder bleiben stehn.
Mutter, Vater und acht Kinder:
Da geht‘s immer rund.
Solltest du mir das nicht glauben,
frag doch unsern Hund.

Kindergedicht -  Wen du brauchst - Regina Schwarz

Wen du brauchst

Einen zum Küssen und Augenzubinden,
einen zum lustige-Streiche-erfinden.
Einen zum Regenbogen-suchen-gehn
und einen zum fest-auf-dem-Boden-stehn.
Einen zum Brüllen, zum Leisesein einen,
einen zum Lachen und einen zum Weinen.
Auf jeden Fall einen, der dich mag,
heute und morgen und jeden Tag.

Kindergedichte - Der Reif - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Der Reif

Der Reif ist ein geschickter Mann:
O seht doch, was er alles kann!
Er haucht nur in den Wald hinein,
Wie ist verzuckert schön und fein
Ein jeder Zweig und Busch und Strauch
Von seinem Hauch!
 
Wie schnell es ihm von Händen geht!
Kein Zuckerbäcker das versteht.
Und alles fein und silberrein,
Wie glänzt es doch im Sonnenschein!
Wär´ alles doch nur Zucker auch
Von seinem Hauch!
 
Doch nein, wir sind schon sehr erfreut,
Dass uns der Reif so Schönes beut.
O Winter, deinen Reif auch gib,
Uns ist auch Augenweide lieb,
Und ohne Duft und Frühlingshauch
Freu´ n wir uns auch.

Sommergedicht - Die Schaukel - Heinrich Seidel ( 1842-1906)

Die Schaukel

Wie schön sich zu wiegen,
die Luft zu durchfliegen
am blühenden Baum!
Bald vorwärts vorüber,
bald rückwärts hinüber –
es ist wie ein Traum!
Die Ohren, sie brausen,
die Haare, sie sausen
und wehen hintan!
Ich schwebe und steige
bis hoch in die Zweige
des Baumes hinan.
Wie Vögel sich wiegen,
sich schwingen und fliegen
im luftigen Hauch:
Bald hin und bald wider,
hinauf und hernieder,
so fliege ich auch!