Sommergedicht - Schlechtes Wetter

Sommergedicht - Schlechtes Wetter - Victor Blüthgen (1844-1920)
Victor Blüthgen
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Schlechtes Wetter

Liese, es regnet Seile;
Ich sterbe vor Langeweile.
Ich glaube, die Blasen schwimmen dort –
Jetzt regnet´s vier Wochen immer so fort.
Ich sollte der liebe Gott mal sein.
Da gäb es Regen bloß bei Nacht,
und immer wär es Sonnenschein,
wann ich im Bett wär aufgewacht.

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Wintergedicht - A, a, a, der Winter ist da - August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

A, a, a, der Winter ist da

A, a, a, der Winter ist da.
Herbst und Sommer sind vergangen,
Winter, der hat angefangen,
A, a, a, der Winter ist da.

E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.
Blumen blüh´ n an Fensterscheiben,
Sind sonst nirgends aufzutreiben,
E, e, e, nun gibt es Eis und Schnee.

I, i, i, vergiss die Armen nie.
Hat oft nichts, sich zuzudecken,
Wenn nun Frost und Kält´ ihn schrecken.
I, i, i, vergiss die Armen nie.

O, o, o, wie sind wir alle froh
wenn der Nikolaus wird was bringen
und vom Tannenbaum wir singen
O, o, o, wie sind wir alle froh.

U, u, u, die Teiche frieren zu
hei, nun geht es wie der Wind
übers blanke Eis geschwind
U, u, u, die Teiche frieren zu.

Weihnachtsgedicht -  Holler, boller, Rumpelsack - Albert Sergel (1876-1946)

Holler, boller, Rumpelsack

Holler, boller, Rumpelsack,
Niklaus trug sie huckepack.
Weihnachtsnüsse, rund und braun,
runzlig, punzlig anzuschaun.
Knackt die Schale, springt der Kern:
Weihnachtsnüsse ess ich gern.

Herbstgedicht - Der fliegende Robert - Heinrich Hoffmann

Der fliegende Robert

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in Ihren Stuben. -
Robert aber dachte: Nein!
Das muss draußen herrlich sein! -
Und im Felde patschet er
Mit dem Regenschirm umher.
 
Hui wie pfeift der Sturm und keucht,
Dass der Baum sich niederbeugt!
 
Seht! Den Schirm erfasst der Wind,
Und der Robert fliegt geschwind
Durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.
 
Schirm und Robert fliegen dort
Durch die Wolken immer fort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.
Wo der Wind sie hingetragen,
Ja, das weiß kein Mensch zu sagen.

Kinderreim - Piep, Piep, Mäuschen - Volksgut

Piep, Piep, Mäuschen

Piep, Piep, Mäuschen,
bleib in Deinem Häuschen.
Frisst du mir mein Butterbrot,
kommt die Katz´ und beißt dich tot.
Piep, Piep, Piep, recht guten Appetit

Nusssäcklein

Wer will mir mit seinen Backen
hier das Säcklein Nüsse knacken?
Beißt nur, dass die Schale kracht,
doch nehmt auch den Kern in acht. -
Welcher Kopf hat keine Nase?
Welche Stadt hat keine Straße?
Welcher Laden hat keine Türe?
Welches Netz hat keine Schnüre?
Welcher Flügel hat keine Feder?
Welche Mühle hat keine Räder?
Welcher Mantel hat keinen Kragen?
Welcher Bauer hat keinen Wagen?
Welches Wasser hat keine Quelle?
Welcher Schneider hat keine Elle?
Welcher Hut hat keinen Rand?
Welcher König hat kein Land?
Welche Nadel hat kein Öhr?
Welche Mühle hat kein Wehr?
Welches Pferd hat keinen Huf?
Welcher Hahn hat keinen Ruf?
Welches Pflaster hat keinen Stein?
Welcher Stern hat keinen Schein?
Welches Schiff hat keinen Mast?
Welcher Baum hat keinen Ast?
Welches Fass hat keinen Spund?
Welches Haus hat keinen Grund?
Welcher Mann hat keine Frau?
Welcher Fuchs hat keinen Bau?
Welcher Schimmel hat keinen Stall?
Welche Büchse gibt keinen Knall?
Welche Glocke gibt keinen Schall?
Welcher Ball tut keinen Fall?
Welche Jungfer trägt kein Geschmeid?
Welcher Mann hat nie ein Kleid?
So, nun packt und knackt gescheit!

Kinderreim - Wer kann reimen? - Volksgut

Wer kann reimen?

Was nicht rau ist, das ist glatt,
was nicht hungrig ist, ist …
was nicht dünn ist, das ist dick,
wer nicht Pech hat, der hat …
was nicht groß ist, das ist klein,
was nicht schmutzig ist, ist …
was nicht hart ist, das ist weich
wer nicht arm ist, der ist …
was nicht warm ist, das ist kalt,
wer nicht jung ist, der ist …
was nicht schmal ist, das ist breit,
was nicht eng ist, das ist …
was nicht grad ist, das ist krumm,
wer nicht schlau ist, der ist …
was nicht dunkel ist, ist hell,
wer nicht langsam geht, geht …
was nicht grob ist, das ist fein,
wer´s nicht raten will, lässt´s …