Weihnachtsgedicht - Vor Weihnachten

Weihnachtsgedicht -  Vor Weihnachten - Albert Sergel
Albert Sergel
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Vor Weihnachten

Heimliche Zeit,
wenn es draußen friert und schneit
und der Christ ist nicht mehr weit!
 
Wie`s tuschelt in den entferntesten Ecken,
kichert und lacht!
Überall Bepacktsein, Verstecken;
Hoffen und Wünschen webt feiernd durchs Zimmer:
ein Heinzelmannwirken im Lampenschimmer.
 
Mich deucht, ich sah einen güldenen Schein:
Guckt da nicht Sankt Niklas ins Fenster hinein?
Glocken erklingen in weiter Ferne.
Bratäpfelduft aus dem Ofen quoll.
 
Am nachtklaren Himmel schimmern die Sterne
Verheißungsvoll.
Und schauen das Treiben und freuen sich mit
bei der eilenden Menschen froh klingeldem Schritt.
Friedvolles Hasten weit und breit:
Weihnachten ist nahe! O heimliche Zeit!

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zähl sie mal, da bist du platt!
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drahtig dünne, kugelrunde,
bunt gefleckte, große kleine,
mit und ohne Hundeleine.
 
Und der junge, de da fiept,
in den hat Max sich gleich verliebt.

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Auszählspruch zum Verstecken

Wir wollen uns verstecken
in ein, zwei, drei, vier Ecken.
Wir wollen uns verkriechen
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Wir wollen niederkauern
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Und wollen uns nicht rühren,
wenn wir den Häscher spüren.
Und sollt´s ihn auch verdrießen,
lang wird er suchen müssen.
Der uns wird aber finden
Ist neben dir dahinten.

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Das Schönste für Kinder ist Sand.
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zärtlich durch die Hand.
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wenn man auf ihn fällt,
ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
wenn sie in ihm wühlen,
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Denn kein Kind lacht
über gemahlene Macht.

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Früher Frühling

Zwischen Februar und März
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und, man spürt es allerwärts,
mit dem Winter geht's zu Ende.
Schon beim ersten Sonnenschimmer
Steigt der Lenz ins Wartezimmer.
Keiner weiß, wie es geschah,
und auf einmal ist der da.
 
Manche Knospe wird verschneit
Zwar im frühen Lenz auf Erden.
Alles dauert seine Zeit,
nur Geduld, es wird schon werden.
Folgt auch noch ein rauher Schauer,
lacht der Himmel umso blauer.
Leichter schlägt das Menschenherz
Zwischen Februar und März.

Wintergedicht - Es schneit - Gustav Falke

Es schneit

Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.

Da wird nun das letzte bisschen Grün
Leise, leise begraben.
Aber die jungen Wangen glühn,
Sie wollen den Winter haben.

Schlittenfahrt und Schellenklang
Und Schneebälle um die Ohren!
- Kinderglück, wo bist du?
Lang,Lang verschneit und erfroren.

Fallen die Flocken weich und dicht,
Stehen wir wohl erschrocken,
Aber die kleinen begreifens nicht,
Glänzen vor Glück und frohlocken.