Kindergedicht - Widersprüchliches

Kindergedicht -  Widersprüchliches - Volksgut

Widersprüchliches

Dunkel war's,
der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Auto blitzesschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
grade eine Turmuhr auf.
Ringsumher herrscht tiefes Schweigen,
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.
Und auf einer roten Bank,
die blau angestrichen war,
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.
Neben ihm ne alte Schrulle,
die kaum siebzehn Jahr alt war,
in der Hand ne Butterstulle,
die mit Schmalz bestrichen war.
Oben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.
Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.
Beide Hände in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.
Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der graue Tag erschien.
Holder Engel, süßer Bengel,
furchtbar liebes Trampeltier.
Du hast Augen wie Sardellen,
alle Ochsen gleichen Dir.

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Sommergedicht - Dumme Sachen - Volksgut

Dumme Sachen

Vögel, die nicht singen,
Glocken, die nicht klingen,
Kinder, die nicht lachen,
was sind das für Sachen?

Kindergedicht -  Du - Regina Schwarz

Du

Ich geh in deinem Gesicht spazieren.
Alles vertraut:
dein Mund,
deine Nase.
Ich fühle
die weiche Haut
und muss halten
bei den lachenden Augen.
Ich zähle die kleinen Falten.
Kuschle mich
in deinen Arm,
fühl mich geborgen.
Du bist so warm.

Wintergedicht - Die drei Spatzen - Christian Morgenstern

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht an dicht,
so warm wie der Hans hat´s niemand nicht.

Sie hör´n alle drei ihrer Herzlein Gepoch,
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Zahlenhexerei

Das Hexenkind hext 1 und 2,
denn es lernt heute Zahlen.
Es hext sich einen Pinsel her
und will die beiden malen.
 
Her mit der 3 und mit der 4,
die will es sich gleich merken.
Das Hexenkind sagt beide auf
beim Hexenhäuserwerken.
 
Die 5 und 6 sind ziemlich leicht
für alle Hexenkinder,
und kein Mensch auf der ganzen Welt
lernt diese zwei geschwinder.
 
Doch bei der 7 und der 8,
muss es sich mächtig plagen.
Wenn‘s ihm nicht gleich gelingen mag,
dann hat das nichts zu sagen.
 
Es folgen 9 und schließlich 10.
Jetzt reicht es mit dem Zählen.
Das klappt so leicht und fehlerfrei,
ganz ohne sich zu quälen.

Frühlingsgedicht - Er ist’s - Eduard Mörike

Er ist´s

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.

Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist´s!
Dich hab` ich vernommen.

Kinderreim - K - Regina Schwarz

K

Kletten, die sind richtig lästig,
weil sie an dir kleben.
Nichts zu machen, glaub es mir.
So sind die Kletten eben.