Zu Neujahr

Neujahrsgedicht - Zu Neujahr - Wilhelm Busch (1832 - 1908)
Wilhelm Busch
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Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.

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Sommgergedicht - Bist du schon auf der Sonne gewesen? - Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Bist du schon auf der Sonne gewesen?

Bist du schon auf der Sonne gewesen?
Nein? – Dann brich dir aus einem Besen
ein kleines Stück Spazierstock heraus
und schleiche dich heimlich aus dem Haus
und wandere langsam in aller Ruh
immer direkt auf die Sonne zu.
So lange, bis es ganz dunkel geworden.
Dann öffne leise dein Taschenmesser,
damit dich keine Mörder ermorden.
Und wenn du die Sonne nicht mehr erreichst,
dann ist es fürs erste Mal schon besser,
dass du dich wieder nach Hause schleichst.

Zahlenreim - Ob das einer zählen kann? - Regina Schwarz

Ob das einer zählen kann?

Kuchenkrümel auf der Hose
und die Erbsen in der Dose:
Ob die einer zählen kann?
Das ist schwierig, Mann o Mann!
 
Hörnchennudeln in der Suppe
und die Haare einer Puppe:
Ob die einer zählen kann:
Das ist mühsam, Mann o Mann.
 
Gummibärchen in der Tüte
und verrückte, bunte Hüte:
Ob die einer zählen kann?
Das ist knifflig, Mann o Mann.
 
Und am Bach die Kieselsteine,
Tausendfüßlers Minibeine:
Ob die einer zählen kann?
Das ist schwierig, Mann o Mann.
 
Doch die Finger und die Zehen
kann ich zählen. Willst du‘s sehen?

Wintergedicht - Es schneit - Gustav Falke

Es schneit

Der erste Schnee, weich und dicht,
Die ersten wirbelnden Flocken.
Die Kinder drängen ihr Gesicht
Ans Fenster und frohlocken.

Da wird nun das letzte bisschen Grün
Leise, leise begraben.
Aber die jungen Wangen glühn,
Sie wollen den Winter haben.

Schlittenfahrt und Schellenklang
Und Schneebälle um die Ohren!
- Kinderglück, wo bist du?
Lang,Lang verschneit und erfroren.

Fallen die Flocken weich und dicht,
Stehen wir wohl erschrocken,
Aber die kleinen begreifens nicht,
Glänzen vor Glück und frohlocken.

Sommergedicht - Ich bin der Juli - Paula Dehmel

Ich bin der Juli

Grüß Gott! Erlaubt mir, dass ich sitze. 
Ich bin der Juli, spürt ihr die Hitze? 

Kaum weiss ich, was ich noch schaffen soll, 
die Ähren sind zum Bersten voll; 

reif sind die Beeren, die blauen und roten, 
saftig sind Rüben und Bohnen und Schoten. 

So habe ich ziemlich wenig zu tun, 
darf nun ein bisschen im Schatten ruhn. 

Duftender Lindenbaum, 
rausche den Sommertraum! 

Seht ihr die Wolke? Fühlt ihr die Schwüle? 
Bald bringt Gewitter Regen und Kühle.

Sommergedicht - Kindersand - Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Kindersand

Das Schönste für Kinder ist Sand.
Ihn gibt´s immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
zärtlich durch die Hand.
Weil man seine Nase behält,
wenn man auf ihn fällt,
ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
wenn sie in ihm wühlen,
nichts und das Himmelreich.
Denn kein Kind lacht
über gemahlene Macht.

Herbstgedicht - Glück - Regina Schwarz

Glück

Glück, das heißt nach Hause kommen.
Du bist wieder da.
Und wir reden, und wir lachen,
und wir sind uns nah.